Unser Friedhof im neuen Gewand

Traditionsreich ist er. Idyllisch ist er, trotz der benachbarten Breiten Straße. Und umfassend neu gestaltet wird er seit dem letzten Jahr auch. Die Rede ist von unserem kleinen Alt-Schmargendorfer Friedhof.

Eine kaum bekannte Tatsache: Der Friedhof der Gemeinde Alt-Schmargendorf ist eine der ältesten kirchlichen Grabanlagen im heutigen Berliner Stadtgebiet, entstand er doch bereits im hohen Mittelalter oder, genauer gesagt, im Jahre 1250. Der direkt benachbarte städtische Friedhof entstand 600 Jahre danach in der Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde angelegt, weil auf dem kirchlichen Friedhof kein Platz für neue Grabstellen mehr vorhanden war. Das war eigentlich meistens so: Selten gab es Platz auf diesem beliebten kleinen Friedhof, der so schön nah und „mitten drin“ liegt, gleich hinter der Kirche und mitten im Kiez.

Diese Situation hat sich im letzten Jahr geändert. Die Senatsverwaltung des Landes Berlin, die für die Kriegsgräber in Berlin zuständig ist, hat die meisten Kriegsgräber, die sich auf unserem Friedhof befanden, in Grabanlagen auf anderen Friedhöfen umgebettet. Nur einige wenige Kriegsgräber sind auf unserem Friedhof verblieben. Sie bilden eine Sammelanlage, die durch die Senatsverwaltung gärtnerisch neu gestaltet wurde.

Durch die Umbettung sind bei uns sehr viele Erdgrabstellen frei geworden. Eine größere zusammenhängende Fläche von Erdgrabstellen haben wir in eine Urnengemeinschaftsanlage umgewandelt. Das Besondere daran ist, dass die Beisetzungen dort nicht anonym stattfinden, sondern jeder Verstorbene eine Tafel mit seinem Namen und seinem Geburts- und Sterbedatum erhält, die auf großen weißen Marmorstelen angebracht wird. Außerdem wird die Anlage durch die Gemeinde gärtnerisch gepflegt, so dass die Angehörigen davon entlastet sind. Die Bepflanzung erfolgt nach und nach und wird schließlich eine schöne Mischung aus Stauden, Gräsern und Blumen ergeben. Diese Form der Bestattung in einer Urnengemeinschaftsanlage mit Namensschild wird allgemein immer beliebter, so dass seit Jahresbeginn auch schon zahlreiche Beisetzungen auf dieser Anlage stattgefunden haben.

Außerdem haben wir im vergangenen Jahr mit umfassenden gärtnerischen Arbeiten auf unserem Friedhof begonnen. Viel Wildwuchs und Unkraut wurde eingedämmt und zurückgeschnitten, alte, lange abgelaufene Grabstellen, um die sich niemand mehr gekümmert hat, wurden abgeräumt, Wege wurden bereinigt und Grasflächen neuangelegt. Ende letzten Jahres haben wir auf unserem Friedhof auch dringend notwendige, umfangreiche Baumarbeiten durchführen lassen. Tagelang waren die Arbeiter zugange und haben gesägt, geschnitten und ausgelichtet. Drei Bäume mussten auch gefällt werden. Als Ersatz dafür haben wir in diesem Herbst drei stattliche Stechpalmen gepflanzt, die um diese Jahreszeit mit reichlich roten Beeren das Auge erfreuen.


Schließlich gab es auch bauliche Maßnahmen. Die Treppe, die von der Kirche auf den Friedhof führt, wurde wegen loser Trittplatten erneuert, das Geländer an dieser Treppe ausgebeult, und der völlig marode Zaun, der in diesem Bereich unseren Friedhof begrenzt, wurde erneuert.
Trauernden Beistand zu leisten, ist eine der wichtigsten Aufgaben, welche die Kirche wahrnimmt. Die Dorfkirche Alt-Schmargendorf hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem beliebten Ort für Trauerfeiern entwickelt. Viele Menschen wählen die besondere Atmosphäre unserer kleinen Dorfkirche bewusst aus, um in Ruhe und Würde von ihren Angehörigen Abschied zu nehmen. Oftmals steht im Hintergrund auch eine jahre- und jahrzehntelange Verbundenheit mit unserer Dorfkirche, so dass es ganz selbstverständlich ist, nach Taufen und Hochzeiten auch diesen Schritt des Abschieds in der Dorfkirche zu begehen.

Valeska Basse
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unser_friedhof.txt · Zuletzt geändert: 2013/11/18 14:53 von admin
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